Tötungsdelikte Mord und Totschlag
RA Ulrich Dost-Roxin

Die Tötungsdelikte Mord und Totschlag

Der Unterschied der vorsätzlichen Tötungsdelikte Mord und Totschlag ist für den juristischen Laien oft schwer verständlich. Bei den vorsätzlichen Tötungsdelikten  wird zwischen Mord (§211 StGB) und Totschlag (§ 212 StGB) unterschieden.  Gleich ist dabei, dass der vermeintliche Täter vorsätzlich und somit willentlich den Tod eines anderen Menschen herbeiführt. Von Mord und Totschlag abzugrenzen ist die fahrlässige Tötung (§ 222 StGB), bei der der angebliche Täter durch sein Handeln, Dulden oder Unterlassen eben nicht die Tötung willentlich herbeiführt, aber in Kauf nimmt.

Ein typischer Fall für eine fahrlässige Tötung ist die Geschwindigkeitsüberschreitung eines Kraftfahrzeugführers, der eine „30’er Zone“ vor einem Kindergarten mit überhöhter Geschwindigkeit passiert und bei einem sporadischen Überqueren  der Strasse durch ein Kind sein Fahrzeug nicht mehr rechtzeitig zum Stehen bringen kann. Ganz anders sieht das also bei den vorsätzlichen Tötungsdelikten Mord und Totschlag aus. Bei Mord sieht das Gesetz eine lebenslange Freiheitsstrafe vor. Bei Totschlag droht der Gesetzgeber „nur“ eine Freiheitsstrafe bis zu 15 Jahren an.

Mord oder Totschlag?

Im Unterschied zum Totschlag müssen besonders verwerfliche Begleitumstände vorliegen, um von Mord ausgehen zu können. Welche Unterschiede das konkret sind wird hier erläutert. Das Mordmerkmal der niedrigen Beweggründe wird hier, das Mordmerkmal „Heimtückewird hier erläutert.

Praktische Bedeutung für den Mandanten

Der Strafverteidiger wird einen der Schwerpunkte bei der Verteidigung seines Mandanten auf das „Wegradieren“ der Mordmerkmale setzen. Denn wenn kein Mordmerkmal erfüllt ist, kann der Mandant nicht zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe  verurteilt werden. Alternativ kommt dann nur eine Verurteilung wegen Totschlags mit einer Freiheitsstrafe von fünf bis maximal 15 Jahren in Betracht. Oft liegt das verhängte Strafmaß deutlich unter oder bei 5 Jahren.

Chancen erfolgreicher Verteidigung

Die professionelle Strafverteidigung bürgt erhebliche Chancen, wenn es z. B. darum geht, dem Vorwurf der Heimtücke oder der niedrigen Beweggründe erfolgreich entgegenzutreten. Das betrifft auch die Frage des bedingten Vorsatzes. Weiterführende Informationen zum Vorsatz finden Sie hier.