kinderpornographischen Schrift, Kinderpornographie, Pornographie, Durchsuchung, Polizei, Anzeige, sexueller Missbrauch, Vergewaltigung, Rechtsanwalt, Verteidiger, Berlin
RA Ulrich Dost-Roxin

Was ist Kinderpornographie?

Sobald der Verdacht der Verbreitung, des Erwerbs oder des Besitzes einer kinderpornographischen Schrift besteht, wird die Polizei tätig und durchsucht die Wohnung des Beschuldigten. Die dabei evtl. aufgefundenen Materialien müssen dann darauf geprüft werden, ob es sich um strafbares Material handelt.

Was sind pornographische Schriften?

Die Pornographie ist das, was in der Juristerei ein unbestimmter Rechtsbegriff genannt wird. Das Gesetz definiert nicht, was Pornographie ist und daher muss dieser Begriff ausgelegt werden. Die Rechtsprechung hat dazu folgende Definition entwickelt:

„Pornographie ist die vergröbernde Darstellung sexuellen Verhaltens unter weitgehender Ausklammerung emotional-individualisierter Bezüge, die den Menschen zum bloßen (auswechselbaren) Objekt geschlechtlicher Begierde oder Betätigung macht“

§ 11 Abs.3 StGB setzt zu dem fest, dass einer Schrift auch Ton- oder Bildträger, Datenspeicher, Abbildungen und andere Darstellungen gleichzusetzen sind.

Was sind die Merkmale einer kinderpornographischen Schrift?

§ 184b StGB definiert, was eine kinderpornographische Schrift ist. Dabei werden drei Alternativen unterschieden:

1. Alternative

Die erste Alternative beschreibt sexuelle Handlungen von, an oder vor einer Person unter 14 Jahren. Dabei muss die Beschreibung oder Darstellung der sexuellen Handlung zum Inhalt der Schrift gehören, aber nicht dominierend sein. Der pornographische Charakter ergibt sich dabei schon allein aus der Verknüpfung von sexuellen Handlungen und dem kindlichen Alter. Das Kind muss dabei den sexuellen Charakter der Handlung nicht erkennen.

2. Alternative

Bei der zweiten Alternative geht es um die Wiedergabe eines ganz oder teilweise unbekleideten Kindes in unnatürlich geschlechtsbetonter Körperhaltung. Davon werden hauptsächlich sexualisierte Posen erfasst. Aber auch unwillkürliche Positionen, wie Schlaf werden davon erfasst, wenn das Kind unbekleidet dargestellt wird. Die Unbekleidetheit muss dabei die primären und/oder sekundären Geschlechtsmerkmale mit umfassen. Schwierig ist hier die Abgrenzung von harmlosen Fotos, die Kinder bspw. nackt beim Baden darstellen und in jedem Familienalbum zu finden sind zu kinderpornographischen Darstellungen. Die Abgrenzung wird dabei subjektiv nach dem Interesse des Betrachters festgestellt.

3. Alternative:

Die dritte Alternative umfasst die sexuell aufreizende Wiedergabe der unbekleideten Genitalien oder des unbekleideten Gesäßes eines Kindes. Damit soll jegliche Verknüpfung von kindlichem Körper und Sexualität pönalisiert werden. Problematisch ist dabei die Vorverlagerung der Strafbarkeit in den Bereich von Symbolen und Bedeutungen. Es ist nämlich nicht eindeutig definiert, was „sexuell aufreizend“ sein soll. Die Rechtsprechung stellt dabei auf einen objektiven Betrachter ab, der die aufreizende Zielrichtung ohne Weiteres erkennen muss. Diese Abgrenzung ist jedoch schwierig, da auch gerade vermeintlich harmlose Aufnahmen, von Menschen mit pädophilen Neigungen als sexuell aufreizend angesehen werden.

Fazit:

Da der Begriff der kinderpornographischen Schrift nicht eindeutig definiert wird, ist es in der Praxis schwierig strafbare Materialien von nicht strafbaren abzugrenzen. Der Anwalt hat mit dem Akteneinsichtsrecht die Möglichkeit, die fraglichen Schriften in Betracht zu nehmen und anhand der genannten Kriterien zu prüfen. Dies macht eine effektive (Freispruchs-)Verteidigung möglich.

Gute Verteidigungschancen in Verfahren wegen Kinderpornographie

Die Rechtsmaterie ist schwierig. Oft ist auch die Beweislage kompliziert. Das wirkt sich positiv für den Beschuldigten oder Angeklagten aus. Das bietet gute Chancen zur Verteidigung bis zum Freispruch.

Weitere Strafrechtsnormen zu Sexualdelikten an Kindern

Auf der Webseite finden Sie weitergehende Informationen zu Sexualdelikten im Zusammenhang mit Kindern, etwa zur  Jugendpornographie, zum Kindesmissbrauch, zum schweren sexuellen Missbrauch von Kindern, oder auch zum Kindesmissbrauch mit Todesfolge.