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RA Ulrich Dost-Roxin

Die Bedeutung der vorsatzkritischen Umstände

Hier wird erläutert, was die vorsatzkritischen Umstände sind und welche Bedeutung sie für den Ausgang des Strafverfahrens haben. Auf dieser Vorseite habe ich bereits erläutert, wann ein Indiz für bedingten Vorsatz vorliegt. Nun geht es darum, das Indiz zu entzaubern und den Tötungsvorsatz zu entkräften. Das „Zauberwort“ dafür lautet: vorsatzkritische Umstände.

Rechtsanwalt prüft die vorsatzkritischen Umstände

Auch wenn schwere lebensgefährliche Verletzungen ein Indiz für den bedingten Vorsatz sind, so reicht dieses Indiz für sich allein genommen oftmals zur Begründung bedingt vorsätzlichen Handelns nicht aus. Deshalb sind durch den Strafverteidiger die vorsatzkritischen Umstände herauszuarbeiten. In einer Gesamtwürdigung zwischen vorsatzbejahenden und vorsatzkritischen Umständen ist dann eine Argumentation zu entwickeln, die den vorsatzbegründenden Umständen entgegensteht und damit eine Verurteilung wegen Mord oder Totschlag ausschließt.

Was kann dem Vorsatz bei Tötungsdelikten entgegengehalten werden?

Zu den dem Vorsatz entgegenstehenden Umständen gehört das sogenannte „Denkzettelmotiv“ oder auch „Bestrafungsmotiv„. Der Täter handelt also vordergründig, um ein Achtungszeichen zu setzen. Auch die Tatbegehung vor Zeugen kann gegen die Annahme bedingten Vorsatzes sprechen. Denn der vorsätzlich handelnde Täter wird in aller Regel kein Interesse daran haben, dass er als Täter identifiziert werden kann. Auch Rettungsaktivitäten, die der Täter nach der Tat zur Erhaltung des Lebens seines Opfers unternimmt, können als vorsatzkritischer Umstand berücksichtigt werden. Die drei zuerst genannten Umstände sind aber noch verhältnismäßig schwach als Gegenargumente zum bedingten Vorsatz, insbesondere dann, wenn nur einzelne von ihnen vorliegen. Viel stärkere Bedeutung haben dagegen Alkoholgenuss, Drogenkonsum, ein Affekt oder die Spontaneität der Attacke gegen das Opfer.

Die Gesamtwürdigung der Umstände

Der Anwalt wird also nicht nur prüfen, ob der Angeklagte darauf vertrauen konnte, dass der Taterfolg (die Tötung) durch sein Handeln ausbleibt („Wollenselement“=voluntatives Element). Er wird entsprechend den Vorgaben des BGH auch eine Gesamtwürdigung aller für und gegen den bedingten Vorsatz sprechenden Umstände vornehmen. Es ist Sache eines erfahrenen Rechtsanwalts, die vorsatzkritischen Umstände zu erkennen, mit dem Mandanten zu erarbeiten oder im Rahmen von eigenen Ermittlungen in Erfahrung zu bringen. Gerade die von der Rechtsprechung angewandte Gesamtwürdigung bürgt ein hohes Verteidigungspotential und ist verteidigungsstrategisch von höchster Bedeutung.

Weiterführende Informationen zu Mord und Totschlag

Auf meiner Webseite finden Sie vielfältige Informationen zu den beiden Verbrechenstatbeständen Mord und Totschlag. Ich bin bemüht, meine reichhaltige Praxiserfahrung einzubringen und die Seiten allgemeinverständlich zu fassen. Schauen Sie zum Beispiel hier (in dubio ro reo), hier (vorsatzkritische Umstände) und hier (Neonatizid). Die Beiträge unter „News“ gehen insbesondere auf eine Reihe erfolgreicher Revisionen am Bundesgerichtshof ein. Etwa in diesem Beitrag, bei dem es um die Strafzumessung bei einem doppelten Totschlag geht. Oder dieser Beitrag, in dem über die Aufhebung eines Urteils wegen angeblicher Kindstötung berichtet wird.

Als Rechtsanwalt für Tötungsdelikte verteidige ich in allen Verfahren, in denen es um den Vorwurf eines Tötungsdelikts geht. Dazu zählt Mord, Totschlag, Körperverletzung mit Todesfolge und fahrlässige Tötung