Gefährliche Körperverletzung vs. einfache Körperverletzung – Die wichtigsten Unterschiede verständlich erklärt
Die Körperverletzung gehört zu den häufigsten Straftaten im Strafrecht. Dabei unterscheidet das Gesetz zwischen der einfachen Körperverletzung und der gefährlichen Körperverletzung. Für Betroffene ist diese Abgrenzung besonders wichtig, da sie erhebliche Auswirkungen auf das Strafmaß hat. In diesem Artikel erfahren Sie verständlich, worin die Unterschiede liegen und wann welche Tat vorliegt.
Die einfache Körperverletzung ist der Grundtatbestand. Sie liegt vor, wenn jemand eine andere Person körperlich misshandelt oder an der Gesundheit schädigt. Das kann bereits durch einen Schlag, Stoß oder auch durch das Zufügen von Schmerzen geschehen.
Typische Beispiele sind:
Die einfache Körperverletzung wird mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren bestraft.
Von einer gefährlichen Körperverletzung spricht man, wenn die Tat unter besonders gefährlichen Umständen begangen wird. Entscheidend ist also nicht nur die Verletzung selbst, sondern die Art und Weise der Ausführung.
Das Gesetz nennt insbesondere folgende Fälle:
Beispiel: Wer eine andere Person mit einer Glasflasche schlägt oder gemeinsam mit anderen angreift, erfüllt in der Regel den Tatbestand der gefährlichen Körperverletzung.
Der Unterschied hat erhebliche Folgen für die Strafe. Während bei der einfachen Körperverletzung auch eine Geldstrafe möglich ist, droht bei der gefährlichen Körperverletzung eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren. Eine Geldstrafe ist hier grundsätzlich ausgeschlossen.
Schon die Verwendung eines Gegenstands als „gefährliches Werkzeug“ kann aus einer einfachen Körperverletzung schnell eine gefährliche machen.
In der Praxis kommt es häufig auf Details an:
Gerade diese Fragen bieten Ansatzpunkte für die Verteidigung.
Die Abgrenzung zwischen einfacher und gefährlicher Körperverletzung ist rechtlich entscheidend. Schon kleine Unterschiede im Tatablauf können zu deutlich höheren Strafen führen.
Wenn Ihnen eine Körperverletzung vorgeworfen wird, sollten Sie frühzeitig einen Strafverteidiger einschalten. Eine sorgfältige Prüfung des Einzelfalls kann entscheidend dafür sein, wie die Tat rechtlich eingeordnet wird.