Rechtsanwalt, Kinderpornographie,, Anwalt, Strafrecht, Berlin

Rechtsanwalt Ulrich Dost-Roxin

Was ist Kinderpornographie?

Das Verschaffen, der Besitz und die Verbreitung von Kinderpornographie ist strafbar. Näheres finden Sie auch hier. Aber was versteht das Strafrecht unter dem Bergriff der Kinderpornographie?

Kinderpornographie im Strafrecht

§ 184 b Abs. 1 StGB definiert als Kinderpornographie „pornographische Schriften (§ 11 Abs. 2),
die sexuelle Handlungen von, an oder vor Kindern (§ 176 Abs. 1) zum Gegenstand haben“. Daraus ergeben sich drei Voraussetzungen: Es muss sich  um Schriften handeln. Außerdem müssen sie sexuelle Handlungen
von, an oder vor Kindern darstellen. Hinzu kommt auch, dass pornographisch sein müssen..

Zunächst war der Gesetzgeber, es genüge, dass die Schrift den sexuellen Missbrauch eines Kindes abbilde. Weil Sexualkontakte mit Kindern ausnahmslos verboten seien, komme es auf den pornographischen Charakter der Darstellung nicht an. Aber diese Einschätzung trifft so pauschal nicht zu. Denn § 184 b Abs. 1 StGB verweist gerade nicht auf die gesamte Bandbreite des sexuellen Missbrauchs von Kindern. Sondern der Paragraph meint eben nur § 176 Abs. 1 StGB.

Er verweist also nicht  auf die in den §§ 176 bis 176 b StGB beschriebenen Handlungen (wie im alten Recht), sondern auf die Legaldefinition von „Kind“. Auch die Strafbarkeit der Verbreitung von Schein- und Fiktivkinderpornographie nach § 184 b Abs. 2 StGB ist mit dieser Annahme nicht vereinbar, denn die §§ 176, 176 a StGB erfassen nur ein reales Geschehen. Schließlich, und das ist entscheidend, differenziert der Gesetzeswortlaut zwischen pornographischen Schriften und ihrem Gegenstand, nämlich sexuellen Handlungen von, an und vor Kindern.

Rechtsprechung zur Kinderpornographie

Der Begriff der Pornographie ist nicht wirklich definiert. Die landläufigen Kriterien sind unkonkret. Daher ist die Wertung des Rechtsanwenders schwer möglich. Die Rechtsprechung verlangt, dass die Gesamttendenz des fraglichen Werkes ausschließlich oder überwiegend auf die Erregung eines sexuellen Reizes zielt.  Also als Anregung für die Selbstbefriedigung oder andere Formen der Hervorrufung oder Steigerung sexueller Erregung dient. Dieses Erfordernis verlangt auch der BGH für die Kinderpornographie.

Die aufreizende Zielrichtung des Werkes muss sich einem objektiven Betrachter ohne weiteres
erschließen. Die Motivation des Herstellers oder die Möglichkeit, dass eine objektiv betrachtet
harmlose Darstellung auch zu sexuellen Zwecken genutzt werden kann, sind unbeachtlich.

Hinzukommen muss eine negativ zu bewertende Aussage über Sexualität. Das wird regelmäßig angenommen, wenn z.B.  eine Person als bloßes Objekt sexueller Begierde dargestellt
wird. Deshalb ist Pornographie so betrachtet nicht eine bestimmte Darstellung von Sexualität, sondern
eine bestimmte Kommunikation über Sexualität.  Bloße Nacktaufnahmen oder
Aktfotos sind keine Pornographie, so lange nicht aus der Abbildung eine Aussage über sexuelle
Interaktionen oder eine Herabwürdigung der dargestellten Person erkennbar ist.

Die Jugendpornographie unterscheidet sich wieder vo der Kinderpornographie.

Rechtsanwalt bei Vorwurf der strafbaren Kinderpornographie

Man sieht an den Ausführungen, dass es durchaus schwierig sein kann, strafbare Kinderpornographie al solche einzustufen. Schalten Sie deshalb einen Strafverteidiger ein, wenn Sie wegen solcher Straftaten verfolgt werden. Gerne stehe ich Ihnen zur Verfügung.

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