Körperverletzung mit Todesfolge

Rechtsanwalt Ulrich Dost-Roxin

Körperverletzung mit Todesfolge

Wegen Körperverletzung mit Todesfolge macht sich strafbar,  wer eine vorsätzliche Körperverletzungshandlung (§§ 223 bis 226 StGB) begeht, die mit dem Risiko des tödlichen Verlaufs behaftet ist, sich dieses Risiko verwirklicht und dem vermeintlichen Täter vorzuwerfen ist, in Bezug auf den Tod des Opfers mindestens fahrlässig gehandelt zu haben. Der Strafrahmen liegt zwischen 3 Jahren und 15 Jahren Freiheitsstrafe.

Die Juristen bezeichnen die Körperverletzung mit Todesfolge auch als „Auffangtatbestand„. Er kommt folglich dann zur Anwendung, wenn Zweifel am Tötungsvorsatz bestehen.

Hinsichtlich des Todeseintritts beim Tatopfer muss der vermeintliche Täter voraussehen können, das er den Tod durch seine Körperverletzungshandlungen verwirklichen könnte. Die Voraussehbarkeit spielt hier also eine ganz entscheidende Rolle. Um das bewerten zu können müssen die konkreten Tatumstände und Handlungsabläufe ermittelt werden. Es muss geprüft werden, welche dieser Umstände dem vermeintlichen Täter bekannt waren. Diese Prüfung hat unter Berücksichtigung der persönlichen Kenntnisse und Fähigkeiten des vermeintlichen Täters zu erfolgen. Es kommt auf seine subjektive Voraussehbarkeit des Todes an. Dabei spielen auch die kognitiven Fähigkeiten des vermeintlichen Täters eine Rolle, denn Alkohol oder Drogen können die Voraussehbarkeit ausschließen.

Misshandlung oder Gesundheitsbeschädigung

Nicht jeder Schlag stellt sich als Körperverletzung dar. Bleibt der Stoß oder der Schlag ohne körperliche oder psychische Folgen, liegt er unter der Erheblichkeitsschwelle. Stolpert ein Opfer und geriet es deshalb in eine Maschine, auf die Fahrbahn oder fällt in einen Abgrund, so wird nicht wegen Körperverletzung mit Todesfolge verurteilt, sondern wegen fahrlässiger Tötung.

Gemeinschaftliche Körperverletzung mit Todesfolge

Wenn einer oder mehrere der vermeintlichen Mittäter die todesursächlichen Verletzungshandlungen nicht selbst ausgeführt haben, schließt das eine Bestrafung wegen Körperverletzung mit Todesfolge nicht aus. Jedenfalls dann nicht, wenn die Mittäter mit dem Willen zur Tatherrschaft zum Verletzungserfolg beigetragen haben, sofern die Handlung  im Rahmen des mehrseitigen ausdrücklichen oder stillschweigenden Einverständnisses lag und dem die todesursächlichen Verletzungshandlungen ausführenden Täter hinsichtlich des Todeseintritts Fahrlässigkeit zu unterstellen ist.

Eine Verurteilung wegen Körperverletzung mit Todesfolge scheidet für denjenigen aus, der erst an den Körperverletzungshandlungen beteiligt ist, nachdem dem Opfer durch einen anderen Täter die todesursächlichen Verletzungen zugefügt wurden.

 In dubio pro reo in Fällen der Körperverletzung mit Todesfolge

Wenn nicht aufgeklärt werden kann, wann dem Opfer die todesursächlichen Verletzungen zugefügt worden sind, ist nach dem Zweifelssatz zu entscheiden. Es ist dann davon auszugehen, das der Zeitpunkt vor dem Mitwirken des erst später in das Tatgeschehen eingreifenden Angeklagten liegt.

Aussageverweigerung bei Polizei und Haftrichter bei Vorwürfen von Körperverletzung mit Todesfolge

Deshalb gilt der Grundsatz: Schweigen Sie gegenüber der Polizei, der Staatsanwaltschaft und dem Gericht. Aber schweigen Sie im eigenen Interesse niemals gegenüber Ihrem Rechtsanwalt für Strafrecht!

Revision bei Vorwurf der Körperverletzung mit Todesfolge – Ihr Rechtsanwalt bis zum Bundesgerichtshof

In Strafverfahren wegen Körperverletzung mit Todesfolge geht es um alles. Deshalb sollte der Mandant schon in der I. Instanz vor einem Landgericht die Revision zum Bundesgerichtshof im Blick haben. Warum man schon in der Vorinstanz an die Revision denken sollte, erfahren Sie hier. Ich verteidige Sie auch in der Revision am Bundesgerichtshof.

Haftbefehl bei Vorwurf der Körperverletzung mit Todesfolge

Wer von solchen schweren Verbrechensvorwürfen betroffen ist, wird in den meisten Fällen zwangsläufig mit einem Haftbefehl konfrontiert. Er muss immer damit rechnen, dass die Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl beantragt und das zuständige Amtsgericht ihn auch erlässt. Die Praxiserfahrung zeigt, dass sich die Gerichte nicht immer die gebotene Mühe machen, um die Voraussetzungen für den Erlass eines Haftbefehls korrekt zu prüfen und schnell dazu neigen, ohne grosse Nachfrage die Untersuchungshaft anzuordnen. In vielen Fällen finden sich die Beschuldigten dann in einer Justizvollzugsanstalt wieder und warten mitunter viele Monate auf ihren Prozess.

Haftverschonung bei Vorwurf der Körperverletzung mit Todesfolge

Bei genauer Überprüfung der Voraussetzungen für den Erlass eines Haftbefehls durch einen Rechtsanwalt stellt sich oft genug heraus, dass in Wirklichkeit keine ausreichenden Gründe vorliegen und deshalb die Aufhebung des Haftbefehls beantragt und auch durchgesetzt wird. Denn allein der Vorwurf eines schweren Verbrechens wie Mord und Totschlag rechtfertigt noch nicht die Untersuchungshaft. In anderen Fällen kann der Rechtsanwalt die Haftverschonung erreichen. Sie ist wie die Aufhebung des Haftbefehls auch mit der sofortigen Entlassung aus der Untersuchungshaft verbunden.

Aufhebung des Haftbefehls oder Haftverschonung bei Vorwurf der Körperverletzung mit Todesfolge

Die Aufhebung des Haftbefehls oder die Haftverschonung sind nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch möglich, wie an einem praktischen Fall auf meiner Webseite nachzulesen ist. Das gilt natürlich nicht in allen Fällen. Gerne stehe ich Ihnen zur Seite, um die Voraussetzungen zu prüfen und Sie zu verteidigen.

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