Vergewaltigung mit Todesfolge
Rechtsanwalt Ulrich Dost-Roxin

Vergewaltigung mit Todesfolge

Neben dem Grundtatbestand der Vergewaltigung (§177 StGB) kennt das Strafgesetzbuch die Vergewaltigung mit Todesfolge (§ 178 StGB). Dabei handelt ein Täter vorsätzlich hinsichtlich der Vergewaltigung. Eine fahrlässige Vergewaltigung kennt das Strafgesetzbuch nicht. Anders sieht es mit der Todesfolge aus, die durch die Vergewaltigung herbeigeführt wird.

Zunächst muss zwischen der Vergewaltigung und dem Tod des Opfers ein Ursachenzusammenhang bewiesen werden. Dieser kann entweder infolge der Gewaltanwendung, der Drohung, der Nötigung unter Ausnutzung einer schutzlosen Lage oder infolge der sexuellen Handlung an sich eintreten, soweit sich deren spezifische Gefahr unmittelbar verwirklicht.

Hinsichtlich der Verursachung des Todes verlangt das Gesetz keinen Vorsatz des Täters. Hier reicht nach dem Wortlaut des Gesetzes leichtfertiges Handeln des Täters aus. Dabei handelt es sich um eine wesentlich gesteigerte Form der Fährlässigkeit, die sich entweder auf den Sorgfaltsverstoß an sich oder auf die Vorhersehbarkeit der Rechtsfolge (Todeseintritt) beziehen kann. Leichtfertigkeit des Täters liegt auch vor, wenn er die nach den Umständen naheliegende Möglichkeit des Todeseintritts aus besonderer Gleichgültigkeit oder grobem Leichtsinn außer Acht lässt.

 Strafen bei Vergewaltigung mit Todesfolge

Das Gesetz sieht bei Vergewaltigung mit Todesfolge entweder lebenslange Freiheitsstrafe oder Freiheitsstrafe von zehn bis fünfzehn Jahren vor. Lebenslange Freiheitsstrafe kann dann in Betracht kommen, wenn die Vergewaltigung mit Todesfolge ihrem Unrechts- und Schuldgehalt nach einem Mord (§ 211 StGB) annähernd gleich kommt.

Empfehlung Ihres Rechtsanwalts

In einem Strafverfahren wegen Vergewaltigung mit Todesfolge stehen die Gerichte oft vor einer schwierigen Beweislage. Es sind verschiedenste Gutachten einzuholen, um den Sachverhalt aufklären zu können. Dabei handelt es sich um forensisch-psychiatrische Gutachten, Gutachten der Kriminaltechnik und der Gerichtsmedizin, um nur einige zu nennen.

In einem solchen Strafverfahren ist frühzeitige Strafverteidigung für ein optimales Ergebnis unverzichtbar. Gerne können Sie mich mit Ihrer Verteidigung beauftragen. Die Kanzlei erreichen Sie über das Sekretariat, in eiligen Fällen (Haftbefehl, Beschuldigtenvernehmung durch Polizei, Staatsanwalt oder Haftrichter) auch über das Mobiltelefon.