Misshandlung und Gesundheitsbeschädigung bei Körperverletzung
RA Ulrich Dost-Roxin

Misshandlung oder Gesundheitsbeschädigung

Nicht jeder Schlag stellt sich als Gesundheitsbeschädigung  und somit als Körperverletzung dar. Bleibt der Stoß oder der Schlag ohne körperliche oder psychische Folgen, liegt er unter der Erheblichkeitsschwelle. Stolpert ein Opfer und geriet es deshalb in eine Maschine, auf die Fahrbahn oder fällt in einen Abgrund, so wird nicht wegen Körperverletzung mit Todesfolge verurteilt, sondern wegen fahrlässiger Tötung. Mehr zur Körperverletzung mit Todesfolge finden Sie auf dieser Seite.

Gemeinschaftliche Körperverletzung mit Todesfolge

Wenn einer oder mehrere der vermeintlichen Mittäter die todesursächlichen Verletzungshandlungen nicht selbst ausgeführt haben, schließt das eine Bestrafung wegen Körperverletzung mit Todesfolge nicht aus. Jedenfalls dann nicht, wenn die Mittäter mit dem Willen zur Tatherrschaft zum Verletzungserfolg beigetragen haben, sofern die Handlung  im Rahmen des mehrseitigen ausdrücklichen oder stillschweigenden Einverständnisses lag und dem die todesursächlichen Verletzungshandlungen ausführenden Täter hinsichtlich des Todeseintritts Fahrlässigkeit zu unterstellen ist.

Eine Verurteilung wegen Körperverletzung mit Todesfolge scheidet für denjenigen aus, der erst an den Körperverletzungshandlungen beteiligt ist, nachdem dem Opfer durch einen anderen Täter die todesursächlichen Verletzungen zugefügt wurden.

 In dubio pro reo in Fällen der Körperverletzung mit Todesfolge

Wenn nicht aufgeklärt werden kann, wann dem Opfer die todesursächlichen Verletzungen zugefügt worden sind, ist nach dem Zweifelssatz zu entscheiden. Es ist dann davon auszugehen, das der Zeitpunkt vor dem Mitwirken des erst später in das Tatgeschehen eingreifenden Angeklagten liegt.

Aussageverweigerung bei Polizei und Haftrichter bei Vorwürfen von Körperverletzung mit Todesfolge

Deshalb gilt der Grundsatz: Schweigen Sie gegenüber der Polizei, der Staatsanwaltschaft und dem Gericht. Aber schweigen Sie im eigenen Interesse niemals gegenüber Ihrem Rechtsanwalt!